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Die Reform des Glücksspielgesetzes: was sich für Online-Casinos ändern soll

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Neutrale Übersicht zur geplanten GSpG-Reform in Österreich — Stand 27.07.2026.

Wichtig vorab: Die hier beschriebene Reform ist ein Vorhaben, kein geltendes Recht. Ein Entwurf zur Novelle des Glücksspielgesetzes (GSpG) ging am 29.06.2026 in Begutachtung; ein Beschluss war für den Herbst 2026 geplant. Bis ein gültiges Gesetz beschlossen und in Kraft gesetzt ist, gilt weiterhin die heutige Rechtslage. Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Stand: 27.07.2026.

Worum es geht

Das österreichische Glücksspiel ist im Kern über das Glücksspielgesetz (GSpG) geregelt. Für das Online-Angebot war die Konzession bisher faktisch ein Monopol: Nur ein konzessionierter Betreiber (win2day aus dem Umfeld der Österreichischen Lotterien und Casinos Austria) durfte legal ein Online-Casino für den österreichischen Markt anbieten. Alle anderen Anbieter — darunter auch Offshore-Marken wie Wild Royal — verfügen über keine österreichische Konzession.

Wild Royal wird von der BigBit Group mit Sitz in Costa Rica betrieben. Das ist eine Offshore-Registrierung, keine österreichische Konzession und auch keine „EU-Lizenz“, die das Angebot in Österreich legal machen würde. Genau an diesem Monopolmodell setzt die geplante Reform an: Der Gesetzgeber diskutiert, das bisherige Einzelkonzessionsmodell zu beenden und den Markt für mehrere Anbieter zu öffnen — verbunden mit deutlich strengeren Pflichten beim Spielerschutz und einer eigenen Aufsichtsbehörde.

Warum überhaupt eine Reform? Die Diskussion dreht sich vor allem um zwei Ziele: bessere Kanalisierung (also Spielerinnen und Spieler von unregulierten Angeboten zu kontrollierten Anbietern zu lenken) und einen einheitlichen, verbindlichen Rahmen für Prävention und Aufsicht. Ob und wie diese Ziele erreicht werden, entscheidet sich erst im weiteren Gesetzgebungsverfahren.

Der aktuelle Stand

Wir trennen bewusst zwischen dem, was beschlossen, was eingebracht und was lediglich in Diskussion ist. Der Grund: In diesem Bereich weichen die öffentlich verfügbaren Quellen im Detail voneinander ab, und ein Entwurf ist noch kein Gesetz.

  • Eingebracht / in Begutachtung: Ein Entwurf zur Novelle des GSpG ging am 29.06.2026 in die öffentliche Begutachtung. In dieser Phase können Stellungnahmen abgegeben werden; Inhalte können sich noch ändern.
  • Geplant (in Diskussion): Eine Beschlussfassung im Nationalrat war für den Herbst 2026 vorgesehen. Ein konkretes Inkrafttretensdatum ist damit nicht garantiert.
  • Feststehend im Zeitplan: Die derzeitigen Lotterie- und Online-Konzessionen laufen mit 30.09.2027 aus. Dieser Termin ist einer der Gründe, warum eine Neuregelung überhaupt zeitlich drängt.

Solange kein Gesetz beschlossen und kundgemacht ist, ändert sich an der aktuellen Rechtslage nichts. Was heute für Verträge mit nicht konzessionierten Anbietern gilt, lesen Sie auf unserer Seite Rechtslage in Österreich.

Was sich ändern könnte

Der Kern des Entwurfs ist das Ende des einzelnen Online-Monopols zugunsten von Lizenzen für mehrere Betreiber. Nach dem in Diskussion befindlichen Modell würden diese Lizenzen zunächst befristet (etwa auf fünf Jahre) vergeben und an strenge Auflagen geknüpft. Genannt werden insbesondere:

  • Zentrales Sperrregister: eine anbieterübergreifende Selbstsperre, die — anders als heute — bei allen lizenzierten Anbietern zugleich wirken würde.
  • Einzahlungs- und Einsatzlimits: verbindliche Obergrenzen als Teil des Spielerschutzes.
  • Verpflichtende Spielpausen: Mechanismen, die dauerhaftes, ununterbrochenes Spielen unterbrechen sollen.
  • Unabhängige Glücksspielbehörde: eine eigenständige Aufsicht, die Lizenzen vergibt, kontrolliert und sanktioniert.

Wichtig: Das sind die Ziele des Entwurfs, nicht bereits geltende Vorschriften. Die konkrete Ausgestaltung — Höhe der Limits, technische Umsetzung des Sperrregisters, Übergangsfristen, Steuer- und Abgabenmodell — ist Gegenstand des Verfahrens und kann sich bis zum Beschluss noch verschieben.

Für Offshore-Marken wie Wild Royal würde eine Marktöffnung zwei Dinge bedeuten: Erstens gäbe es überhaupt erst einen legalen Weg, eine österreichische Lizenz zu beantragen. Zweitens müsste ein Anbieter dafür sämtliche Auflagen (Sperrregister, Limits, Aufsicht) erfüllen. Ob Wild Royal einen solchen Antrag stellen würde oder könnte, ist offen — heute liegt keine österreichische Konzession vor.

Was das für Spieler bedeuten würde

Ein lizenzierter, kontrollierter Markt bringt potenziell mehrere Vorteile: verbindliche Schutzmechanismen (Limits, Pausen, Sperre), eine Aufsichtsbehörde als Anlaufstelle bei Problemen und mehr Transparenz über zugelassene Anbieter. Für Spielerinnen und Spieler, die die Selbstkontrolle behalten wollen, wäre besonders das zentrale Sperrregister ein spürbarer Fortschritt.

Was ein lizenzierter Markt nicht leistet: Er macht Glücksspiel nicht risikofrei. Auch unter neuen Regeln bleiben Verluste möglich, und die mathematische Ausrichtung der Spiele bleibt zugunsten des Anbieters. Und solange die Reform nicht in Kraft ist, gibt es kein zentrales Sperrregister für Online-Casinos in Österreich — eine Sperre bei einem Anbieter blockiert die anderen nicht. Praktische Hilfen und Beratungsstellen finden Sie auf Spielerschutz.

Was mit heutigen Ansprüchen passiert

Ein häufiges Missverständnis: Viele erwarten, dass eine Marktöffnung rückwirkend alles verändert. Das ist nicht der Fall. Eine Reform ist grundsätzlich auf die Zukunft gerichtet. Sie hebt die rechtliche Beurteilung von Verträgen, die in der Vergangenheit mit einem nicht konzessionierten Anbieter geschlossen wurden, nicht automatisch auf.

Nach der aktuellen österreichischen Rechtsprechung sind Glücksspielverträge mit Betreibern ohne österreichische Konzession in der Regel nichtig, weshalb Verluste unter Umständen zivilrechtlich zurückgefordert werden können. Ob das in Ihrem Fall gilt, hängt vom Einzelfall ab — inklusive Fragen der Verjährung. Eine Rückerstattung ist nie garantiert. Die Details, die Voraussetzungen und die Risiken erläutern wir auf Geld zurück: Verluste zurückfordern. Das ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Zeitleiste

DatumEreignisStatus
29.06.2026Entwurf der GSpG-Novelle geht in öffentliche Begutachtungeingebracht
Herbst 2026Geplante Beschlussfassung im Nationalratin Diskussion
offenKundmachung und Inkrafttreten eines neuen Gesetzesin Diskussion
30.09.2027Auslaufen der derzeitigen Lotterie- und Online-Konzessionenfeststehend

Statuslegende: „feststehend“ = gesetzlich/vertraglich fixierter Termin; „eingebracht“ = offiziell im Verfahren, aber noch nicht beschlossen; „in Diskussion“ = geplant bzw. angekündigt, ohne verbindliche Beschlusslage. Angaben ohne Gewähr; Stand 27.07.2026.

Was wir beobachten

Weil sich in diesem Bereich der Stand innerhalb von Wochen ändern kann, überprüfen wir diese Seite mindestens einmal pro Quartal sowie anlassbezogen, sobald es neue offizielle Schritte gibt. Konkret verfolgen wir:

  • ob und wann die Novelle tatsächlich im Nationalrat beschlossen wird;
  • welche Limits und Schutzmechanismen im finalen Text festgeschrieben werden;
  • wie das zentrale Sperrregister technisch und rechtlich ausgestaltet ist;
  • welche Übergangsregeln für die auslaufenden Konzessionen bis 30.09.2027 gelten.

Was heute unverändert gilt: Wild Royal hat keine österreichische Konzession. Alle Angaben zur Reform sind als geplant zu verstehen, nicht als geltendes Recht. Sobald ein Beschluss vorliegt, aktualisieren wir das Datum oben und die Zeitleiste.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zum Stand einer geplanten Gesetzesreform und stellt keine Rechtsberatung dar. Für eine verbindliche Einschätzung Ihres Einzelfalls wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt. Stand der Information: 27.07.2026.

Häufige Fragen zur GSpG-Reform

Wann kommt das neue Glücksspielgesetz?

Ein fixes Datum steht nicht fest. Der Entwurf ging am 29. Juni 2026 in Begutachtung, die Beschlussfassung im Nationalrat war für den Herbst 2026 geplant. Die derzeitigen Konzessionen laufen am 30. September 2027 aus. Bis zu einem gültigen Gesetzesbeschluss bleibt das heutige Recht in Kraft.

Wird der Markt geöffnet?

Der Entwurf sieht vor, das bisherige Einzelkonzessionsmodell zu beenden und mehrere Anbieter zuzulassen — zunächst befristet auf fünf Jahre. Beschlossen ist das noch nicht. Ob, in welcher Form und mit welchen Auflagen die Marktöffnung kommt, hängt vom parlamentarischen Verfahren ab und kann sich bis zum Beschluss noch ändern.

Was ist ein zentrales Sperrregister?

Ein zentrales Sperrregister wäre eine anbieterübergreifende Datenbank, in der sich Spielerinnen und Spieler selbst sperren lassen könnten — mit Wirkung für alle lizenzierten Anbieter zugleich. In Österreich existiert ein solches Register für Online-Casinos derzeit nicht; es ist im Reformentwurf vorgesehen, aber noch nicht beschlossen oder in Betrieb.

Ändert die Reform etwas an bestehenden Rückforderungsansprüchen?

Die Reform ist auf die Zukunft gerichtet und hebt die Beurteilung früherer Verträge nicht automatisch auf. Ob Verluste aus der Vergangenheit rückforderbar sind, richtet sich nach der geltenden Rechtslage und dem Einzelfall. Das ist keine Rechtsberatung — lassen Sie Ansprüche individuell prüfen. Mehr dazu auf unserer Seite Geld zurück.